Düsseldorf

10. September bis 21. September 2015

Wandelhalle
des Landtags Nordrhein-Westfalen

Plakat der Ausstellung in Düsseldorf

Die Ausstellungseröffnung im Düsseldorfer Landtag ist eine Veranstaltung geprägt von klaren Worten und sehr guten Reden. Aber der Reihe nach. Bemüht um die Ausstellung VorBILDER hatte sich Sylke Batke-Anskinewitsch vom Landespräventionsrat. Aber bei dem Engagement für die Ausstellung blieb es nicht. Gewünscht wurde auch eine eigene Positionierung im Stil der Ausstellungsplakate. Dafür reisten die Fotografen Bernd und Angelika Kohlmeier nach Dortmund. Auf dem familiären Gelände des BVB hatten sich die Präsidentin des Landtags von Nordrhein-Westfalen, Carina Gödecke, der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Thomas Kutschaty, Fußballstar Ilkay Gündogan und die vier BVB-Nachwuchsspieler Maxime, Tanay, Anton und Daniel zum Fototermin versammelt.

Am Tag der Eröffnung steht der Justizminister dann vor dem Ergebnis: ein lebensgroßes Rollup, das die Ausstellung an diesem Standort ergänzt. Der Minister erzählt heute von diesem Fototermin: „Es war bestimmt der heißeste Tag des Jahres und wir saßen dicht beieinander in der prallen Sonne. Und zwar eine ganze Stunde!“ Es habe sich aber gelohnt. Es sei gelungen, eine weitere wichtige Aussage zu formulieren: „Vielfalt ist Zukunft“. Und er ergänzt: „Keine andere Gruppe steht mehr für unsere Zukunft als unsere Kinder, die in unseren Schulen aufwachsen und in unseren Sportvereinen trainieren und für die wir Erwachsenen Vorbilder sein müssen – Vorbilder für Toleranz und Respekt und für eine gelungene Integration aller Mitbürgerinnen und Mitbürger.“

Auch Landtagspräsidentin Gödecke zeigt sich begeistert über das Foto. Sie finde es nicht nur gelungen, sondern sehr ausdrucksstark. „Wir wissen genau: Rechtsradikale wollen Angst machen. Doch das gelingt ihnen nicht. Wir treten ihnen mit Entschlossenheit und Gelassenheit entgegen – und freuen uns über die Vielfalt, die uns reich macht.“ Vielfalt begegne uns, sie bereichere uns, sie inspiriere uns, und sie lasse Neues entstehen. „Und die Freude darüber ist stärker als jeder Hass“, so die Landtagspräsidenten.

Der Vorsitzende des Landespräventionsrates Prof. Jochen Diekmann hält anlässlich der Eröffnung eine Rede, in der er nachdrücklich begrüßt, dass die Ausstellung im Düsseldorfer Landtag gezeigt wird. Besonderer Applaus erhält Jo Ecker mit seiner Initiative „FUSSBALLVEREINE GEGEN RECHTS“. Er hält eines seiner selbstgemachten Schilder in die Kameras undstellt seine Aktion „4 Schrauben für Zivilcourage“ vor. Das Prinzip ist einfach: Jeder Verein kann kostenlos ein wetterbeständiges Kunststoffschild mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus und Gewalt“ anfordern. Auf jedes dieser Schilder hätten die Vereine lebenslange Garantie, so Jo Ecker, der sich auch nicht von Drohungen Rechtsextremer von seinem Engagement abhalten lässt. Beeindruckend, vorBILDLICH!
Auch Langstreckenläufer Jan Fitschen, einer der Mitwirkenden der Ausstellung VorBILDER, ist zugegen. Er spricht sich für Offenheit gegenüber fremden Kulturen aus und weiß als Spitzensportler aus eigener Erfahrung, wie bereichernd der Blick über den nationalen Tellerrand ist. Peter Flore vom BVB kann dem nur zustimmen. Nicht nur in der Diskussionsrunde, sondern auch im mobilen Fotostudio nach der Veranstaltung vertritt er leidenschaftlich seine klare Botschaft: „Rassismus ist keine Meinung!“ Recht hat er.

Eine Premiere bietet die Düsseldorfer Ausstellungseröffnung auch noch. Erstmals präsentiert Antje Gansewig eine Handreichung, die ergänzend zur Ausstellung erstellt wurde, die aber auch ohne Ausstellungsbesuch genutzt werden kann: Um die Jugendarbeit von Pädagogen, Übungsleitern, Trainern und Ehrenamtlichen zu unterstützen, hat die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) in Kooperation mit dem Bundesministerium des Innern eine Handreichung zum Thema Rechtsextremismus im Sport entwickelt und gestaltet. Die Handreichung arbeitet mit den Bildern und Texten der Ausstellung VorBILDER und soll dabei helfen, die unterschwellige Infiltration durch rechtsextreme Strömungen zu identifizieren und entsprechende Gegenstrategien zu entwickeln. Sehen, erkennen und abwehren. Aber die Handreichung klärt auch auf, motiviert zu Zivilcourage, definiert und liefert Ansprechpartner, Anlaufstellen und Adressen. Die Ausstellungsverantwortlichen, Fotografin Angelika Kohlmeier und Projektleiterin Marie-Luise Würtenberger vom Bundesministerium des Innern erzählen vor den zahlreichen Besuchern, wie es zu der Ausstellung kam. Besonders wichtig bei der Umsetzung sei ihnen die Botschaft: Man müsse sich Zeit nehmen für dieses Thema, das uns alle angehe, so Angelika Kohlmeier, deshalb wählten sie die analoge Fotografie. Marie-Luise Würtenberger ist der Kampf gegen Rechtsextremismus, aber auch gegen Alltagsrassismmus und Fremdenfeindlichkeit ein besonderes und besonders aktuelles Anliegen. Es gebe nicht „die Flüchtlinge“, sagt sie. „Das sind alles Menschen und wir müssen endlich anfangen, sie auch so zu sehen. Nur dann werden wir es schaffen, Vorurteile abzubauen.“ Die Ausstellung bestehe deshalb nicht nur aus beeindruckenden Fotografien, die an Stellwänden hängen. Mit der Ausstellung verbunden sei immer auch ein Rahmenprogramm, das das Thema vor Ort verankern, das Vernetzung und Begegnungen schaffen solle.