Hannover

22. Februar bis 2. März 2017

Volkshochschule Hannover
Burgstraße 14 • 30159 Hannover

Plakat der Ausstellung in Hannover

Ganz in schwarz sind die Jugendlichen gekleidet. Ineinander verschlungen liegen sie auf der Bühne. Eines der Mädchen steht auf und sagt: „Ich bin ein Mensch und ich heiße Elvira.“ Nacheinander tun es ihr die anderen Jugendlichen in den unterschiedlichsten Sprachen gleich, bis sich am Ende alle an den Händen halten. Im Chor sprechen sie die Worte: „Wir sind Menschen. Wir brauchen Sicherheit.“ Es ist eine beachtliche Performance. Eindringlich vermitteln die jungen Menschen eine wichtige Botschaft: Respektiert einander, lacht miteinander und haltet zueinander. Nach der Vorstellung hört man nach begeistertem Applaus lautes, aufgeregtes Gekicher hinter der Bühne. Die Schülerinnen und Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums haben es geschafft. Erleichterung macht sich breit.

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Die VorBILDER sind in Niedersachsen angekommen. Anlässlich der Eröffnungsveranstaltung in der Volkshochschule Hannover führen die IGS Roderbruch, die Kooperative Gesamtschule Bad Münder und das Georg-Büchner-Gymnasium eindrucksvolle Szenen im Zeichen von Toleranz und Respekt vor. Der 2014 mit dem Fair-Play-Preis des Deutschen Sports ausgezeichnete Rapper Martin Rietsch alias 2schneidig moderiert an diesem Abend die Veranstaltung. Da er oft vor großem Publikum auftritt und auch selbst im Themenfeld der VorBILDER Austellung aktiv ist und unter anderem Workshops zum Thema Rassismus mit jungen Menschen durchführt, sorgt er mit seiner natürlichen Art gekonnt für eine gute und entspannte Stimmung. In einer Podiumsdiskussion nutzen der ehemalige Fußballer Dennis Kruppke, Ministerpräsident Stephan Weil, die Fußballerin Filiz Koç und der ehemalige Nationalspieler Claudemir Barreto, bekannt als Cacau, die Chance, sich klar gegen Rechtsextremismus, Rassismus und jegliche Form der Ausgrenzung zu positionieren.

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200 Gäste, darunter viele Schülerinnen und Schüler, sehen an diesem Abend die VorBILDER Ausstellung. Auch Angelika Kohlmeier zeigt sich erfreut über die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Die Ausstellungsmacherin und Fotografin erzählt von den konzeptionellen Vorgaben für den Fototermin, die sie den SportlerInnen und PolitikerInnen gemacht hat. Eine Stunde Zeit mussten sich alle Mitwirkenden nehmen für eine Gesprächssituation, in der die eigene Aussage selbst erarbeitet werden sollte. Zum Ende ihrer Ansprache lädt sie alle Zuhörerinnen und Zuhörer der Veranstaltung ein, es den prominenten Mitwirkenden gleichzutun und sich an den MeinungsBILDERn zu beteiligen. Viele Menschen fühlen sich dadurch ermutigt, eine Botschaft für Respekt und gegen Ausgrenzung aufzuschreiben, um diese mit der Öffentlichkeit zu teilen. Musikalisch begleitet wird der Abend von J.-Ann Wilson mit Band, die mit ihren Songs sowohl stimmungsvoll als auch inhaltlich die Botschaft des Abends untermalen.

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Stephan Weil hat zur heutigen Eröffnungsveranstaltung geladen und schafft es in seiner Ansprache, ein Wir-Gefühl zu vermitteln: „Uns verbindet offenbar etwas. Zum Beispiel der Sport. Sport verbindet definitiv. Man strengt sich zusammen an, man leidet zusammen, man gewinnt zusammen, man ist zusammen begeistert oder tieftraurig.“ Es gebe aber auch eine Kehrseite der Medaille, so der Ministerpräsident. Ausgrenzung fände überall in unserer Gesellschaft statt und der Sport sei keine Insel der Seligen. „Auch im Sport gibt es über die Rivalität hinaus Feindschaft und […] Gewalt.“ Eine überragende Mehrheit habe jedoch eine andere Haltung. Diese Mehrheit sage: „Uns geht es um Fairness, um Respekt, es geht uns um Gemeinschaft.“ Diese Haltung immer wieder zu betonen und nach vorne zu stellen sei etwas, woran Politik und Sport gemeinsam arbeiten müssten.